In Zeiten, in welchen Komiker unter Polizeischutz das Publikum zum Lachen bringen müssen, wird es lustig. Wenn das Bundesamt für Kultur verbietet, öffentlich über Meinungsfreiheit zu reden, wird es spannend. Wenn Politiker die Satire als Sicherheitsrisiko sehen und vor humoristischer Betrachtung warnen, wird es interessant.

In solchen Zeiten müssen Satiriker keine Fragen mehr stellen, sondern Fragen beantworten. Ab 10. November 2015 erklärt der schweizer Satiriker Andreas Thiel im zürcher Theater am Hechtplatz in einem unter Morddrohung entstandenen Bühnenprogramm, was überhaupt noch lustig ist.

Andreas Thiel steht wegen seiner 2015 geäusserten Kritik an Mohammeds Aufforderungen im Koran, alle Juden zu verfolgen und zu töten, nicht nur unter Morddrohung sondern auch noch unter Anklagen wegen „Rassendiskriminierung iSv Art. 261bis StGB und Störung der Glaubens- und Kultusfreiheit iSv Art. 261 StGB“. Kläger sind die drei Präsidenten der Türkischen Gemeinschaft Schweiz (TGS), der Föderation Islamischer Dachorganisationen Schweiz (FIDS) und der Koordination Islamischer Organisationen Schweiz (KIOS), welche behaupten, zusammen eine Viertelmillion Muslime zu vertreten. Andreas Thiel glaubt nicht, dass eine Viertelmillion Muslime in der Schweiz die Aufforderung zur Verfolgung und Tötung von Juden gutheissen. Das neue Programm mit dem Titel „Humor“ beschäftigt sich dementsprechend nicht nur mit Islam, Glaubensfreiheit, Politik und Terrorismus sondern auch mit der Bedeutung des Humors in Judentum, Christentum, Hinduismus und Buddhismus. Sobald der Prozess vor Gericht anläuft, wird darüber auf dieser Webseite umfassend informiert.